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Einmal Canossa und zurück
von Päpsten und Preußen - zwischen Halleluja und Habacht

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Liederjan singt katholische Kirchenlieder?
Lobeshymnen auf Bischöfe und preußische Könige?
Normalerweise nicht. Hier aber doch.

Die mutigen Herrschaften des Paderborner Kulturamtes beauftragten die drei nord-deutschen Spottdrosseln ein Programm zu erarbeiten, das einen Teil der großen Canossaausstellung im Sommer/Herbst 2006 begleiten sollte:
Die Auswirkungen des Canossa-Mythos auf das Verhältnis katholische Kirche - Staat im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Und Liederjan war die richtige Wahl. Denn seit über 30 Jahren ist es eine Spezialität der Gruppe historische Lieder wieder flott zu machen. Und sie haben schon so manches Kleinod wieder zutage gefördert.
So ist es auch in diesem Programm.
Beim Einmarsch in den Saal mit Schnättertäng und Tschingbumm ist die Welt noch in Ordnung. Während die Trompete einen preußischen Marsch schmettert, intoniert die Tuba ein katholisches Kirchenlied in schönster Harmonie. Dann aber wird kenntnisreich und mit viel Spaß ein Slalom durch die Ereignisse dieser Jahrzehnte präsentiert: Mit engelsgleichem dreistimmigem Gesang von 37.3 Instrumenten höllisch untermalt in bester Liederjan-Manier. Wie die "Neue Westfälische" es formulierte:
"Frech, nicht immer fromm, fröhlich und frei verbinden Hanne Balzer, Jörg Ermisch und Klaus Irmscher Geschichte mit Unterhaltung und erzielen durchaus einen Mehrwert. Geschmeidig greifen die historischen Ansätze ineinander, ergänzen sich zu einem amüsanten Einblick in die Kirchen- und Staatspolitik vergangener Tage. .........Aus der Position einer neutralen Streitmacht heraus werfen die Norddeutschen Konformes und Widersprüchliches in die Waagschale ohne ein abschließendes Urteil zu fällen. Das überläßt man dem Zuhörer, der Zeuge einer augenzwinkernden Moritat wird."